Behandlungsnotstand in der Logopädie

Behandlungsnotstand in der Logopädie 07.05.2019

Der Stern berichtet über unverantwortlich lange Wartezeiten in der Logopädie

aufgrund der Personalnotlage in Praxen.

Am 14.04.2019 erschien eine große Reportage im Stern über unverantwortlich lange Wartezeiten für Patienten in der Logopädie. Wartetezeiten von sechs Monaten und mehr auf einen Therapieplatz werden mittlerweile als normal und "Standard" betitelt. Der massive Fachkräftemangel in der Logopädie hat sich in der Zwischenzeit zu einer Art Notstand ausgeweitet. Frei werdende Stellen können nicht mehr neu besetzt werden und für die Patienten stehen immer weniger Praxen mit immer weniger Logopäden und Sprachtherapeuten zur Verfügung.

2018 wurden Sprachtherapeuten und Logopäden von der Bundesagentur für Arbeit  erstmals in die Liste der Mangelberufe aufgenommen. Die Recherche des Sterns ergab, dass der Beruf aufgrund schlechter Bezahlung, hoher Arbeitsbelastung und wenig Entwicklungschancen so unattraktiv geworden ist, dass junge Leute ihn entweder nicht mehr ergreifen (hohe Ausbildungskosten oder Studiengebühren erschweren die Finanzierung der Ausbildung erheblich) oder den Beruf nach kurzer Berufstätigkeit fluchtartig verlassen, wie eine Studie des Freseniusinstitus ergab. 

Liebe Patienten,

auch in unserer Praxis ist dieser Personalnotstand in der Zwischenzeit angekommen. Wir versuchen jeden Tag aufs Neue uns diesem Notstand mit unserer Tatkraft entgegenzustellen, aber ohne den so lang ersehnten Nachwuchs sind auch uns die Hände gebunden, unserem Anspruch auf einen Therapiebeginn ohne Wartezeit gerecht werden zu können. Wir hoffen sehr, dass sich in den Köpfen der Politiker dazu etwas ändern wird und Logopäden und Sprachtherapeuten schnellstmöglich ihrer Leistung entsprechend von den Krankenkassen bezahlt werden, sodass dieser Beruf wieder Zukunftschancen haben kann und junge Leute Freude daran finden können. 

Ihr Praxisteam

Stefanie Fleckhaus